Jiddische Kultur und Literatur aus Österreich. Texte und Kontexte

6. bis 9. November 2001, Salzburg (Bildungshaus St. Virgil)

Veranstalter: Theodor Kramer Gesellschaft (Wien), Institut für Germanistik der Universität Salzburg

in Kooperation mit der 

Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft 

und mit dem 

Bildungshaus St. Virgil

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Armin Eidherr, Bayrisch-Platzl-Str. 16/12, A-5020 Salzburg,Tel.: 0662/457199; Fax: 0662/8044/612; e-Mail: armin.eidherr@sbg.ac.at  - Dr. Karl Müller, Institut für Germanistik, Universität Salzburg, Akademiestr. 20, A-5020 Salzburg, Tel.: 0662/8044/4369; Fax: 0662/6389 4369; e-Mail: karl.mueller@sbg.ac.at)

Tagungsort: A-5026 Salzburg, Bildungshaus St. Virgil, Ernst-Grein-Str. 14, Tel.: ++43 662 65901, Fax: ++43 662 65901-509, e-mail: virgil@salzburg.co.at

Zeit:  Anreise: Dienstag, 6. November 2001 bis 20.00 Uhr,   Eröffnung: Mittwoch., 7. November 2001, 9.30 Uhr, Beginn der Referate um 10.15 Uhr (je 30 Min. + 30 Min. Diskussion), Podium zum Abschluss der Tagung: Freitag, 9. November 2001 ab 10.00 Uhr, Abreise: 9. November 2001 nach dem Mittagessen

Das Programm

Die Tagungsergebnisse werden in Band X des internationalen Jahrbuches "Zwischenwelt" präsentiert werden.

Die Theodor-Kramer-Gesellschaft (Wien) veranstaltet gemeinsam mit dem Institut für Germanistik der Universität Salzburg und in Kooperation mit der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft (Salzburg) und dem Bildungshaus St. Virgil (Salzburg) vom 6. bis 9. November 2001 eine wissenschaftliche Tagung zu diesem Thema. Es wird das erste zu diesem Themenbereich sein und stellt aus verschiedenen Gründen ein echtes Desiderat dar.

Lange wurde die jiddische Kultur aus Österreich verleugnet oder ignoriert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Erst seit etwa 1990 ist eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung, deren Ergebnisse das Symposium zusammenzufassen versucht, festzustellen. Zugleich soll die Tagung weiterführende Anregungen geben, die die Grundlagen für eine noch intensivere und differenziertere Erarbeitung dieses komplexen Forschungsfeldes bieten sollen.

Das Symposium wird seinem Thema in vielfältiger Art und Weise gerecht zu werden bemüht sein. Einige Aspekte, die uns beschäftigen werden, seien hervorgehoben:

Aufzählung Eine empirische Bestandsaufnahme der Leistungen jiddischer Literatur aus Österreich soll angestrebt werden. Besonderes Interesse gilt der Frage, inwiefern jiddische Literatur Probleme der Identität und Fragen von Zugehörigkeit sichtbar werden lässt. In engem Konnex damit stehen sicher auch Probleme des Verhältnisses zu "Österreich".
Aufzählung Zweifellos stellt der Zeitraum zwischen 1900 und 1938 in vielfältiger Weise eine Schwellenepoche in der Geschichte jiddischen Lebens, jiddischer Literatur und Kultur aus Österreich dar. Diese historisch-kulturellen Dimensionen, die insbesondere am spannungsreichen Verhältnis zwischen ostjüdisch-jiddischer Kultur, "mitteleuropäischer" assimiliert-jüdischer und nicht-jüdischer Kultur in der (ehemaligen) Reichs- und Residenzstadt Wien abzulesen sind, besitzen auch heute noch Aktualität‚ nicht zuletzt im Hinblick auf österreichische und europäische Problemstellungen der Gegenwart.
Aufzählung Daraus ergibt sich die aktuelle Bedeutung der kultur-politischen Dimension: Unsere multikulturelle Welt von heute ist, wie die Forschung schon gezeigt hat, auf Erinnerung und Gedächtnis angewiesen. Die Beschäftigung mit den historischen Ausprägungen und Konflikten zeigt auch das Paradigmatische, das in unserem Themenbereich fassbar wird.
Aufzählung Was die literatur- und theaterhistorische Dimension betrifft, ist es Ziel des Symposiums, die heterogenen literar-ästhetischen und programmatischen Richtungen der jiddischen Literatur und Kultur jeweils in ihren historisch-politischen Kontexten zu erfassen und adäquat zu beschreiben. Traditionen und Traditionsbrüche, literarische Vorbilder und Fragen der Rezeption sollen dabei genuiner Bestandteil der Beschäftigungen sein. Zugleich sind natürlich auch die komparatistischen Aspekte zu anderen Literaturen von großem Interesse - vor allem die vielfältigen Bezüge zur deutschsprachigen Literatur von Karl Emil Franzos über Franz Kafka, Joseph Roth und Stefan Zweig bis zu Robert Schindel.

                                                                                                                             Armin Eidherr, Karl Müller